Angewandte Phänomenologie: Zum Spannungsverhältnis von by Jochen Dreher (auth.), Jochen Dreher (eds.)

By Jochen Dreher (auth.), Jochen Dreher (eds.)

Wie kann das phänomenologische Paradigma im Rahmen der examine konkreter Vergemeinschaftungsformen und sozialer Grenzbestimmungen Anwendung finden? Aufgrund ihrer subjektphilosophischen Orientierung ist die Phänomenologie besonders für die Beschreibung der Konstitutionsprinzipien sozialer Phänomene geeignet, da hierbei im Sinne des methodologischen Individualismus Max Webers der individuelle Akteur fokussiert werden muss, der mit seinem Handeln einen subjektiven Sinn verbindet. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen erscheint die Kombination einer sozialwissenschaftlichen mit einer phänomenologischen Perspektive Erfolg versprechend. Wie kann jedoch eine Verbindung zwischen der streng egologisch, reflexiv vorgehenden Phänomenologie und den empirisch und historisch ausgerichteten Sozialwissenschaften hergestellt werden? Wie kann im Spannungsfeld von phänomenologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung die Herausbildung spezifischer sozialer Phänomene – z.B. Beziehungs-, Vergemeinschaftungs-, Abgrenzungsformen – erklärt werden? Antworten auf diese Fragestellung offeriert vorliegender Sammelband.

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Unechte“ Weil-Motive sind solche, die in Um-zu-Motive umformuliert werden können. Zur entsprechenden, im Alltag häufig beobachtbaren Konfusion von Um-zu- und Weil-Motiven kommt es laut Schütz, wenn aus einer zukünftigen Perspektive auf einen vergangenen Handlungsentwurf geblickt wird (vgl. ). Die Unterscheidung von Um-zuund Weil-Motiv entspricht schließlich derjenigen zwischen „wesentlichen“ (i. e. „freien“) und „auferlegten“ Motivationsrelevanzen. Luckmann formuliert, „daß innerhalb dieser Struktur … zwei Formeln zu finden sind, eine ‚freie‘ und eine ‚gebundene‘.

Die Antwort auf diese – ebenso wie auf die zuvor gestellte – Frage muss negativ ausfallen. Die Begründung der Auferlegtheit durch den Verweis auf Zeit und Latenz ist nicht hinreichend, denn sie kommt einer unzulässigen Engführung des Konzepts der Disponibilität gleich. Die der Schütz’schen Relevanztheorie innewohnende Tendenz, „gebundene“ Relevanzen mit in der Vergangenheit liegenden respektive mit latenten sowie „freie“ Relevanzen mit zukunftsorientierten respektive mit bewussten zu identifizieren, übersieht einen wesentlichen Bestimmungsfaktor, nämlich aus der menschlichen Interaktion erwachsenden, sprich sozialen Zwang.

Aber Mitmenschen können auch in einen Erfahrungsablauf eingreifen, dem einzelnen neue Themen aufzwingen, ohne daß ihr Handeln in nachfolgender Interpretation als atypisch, unvertraut erscheint“ (Schütz / Luckmann 2003: 262). Tatsächlich ist dies die einzige Passage in den relevanztheoretischen Erörterungen von Luckmann oder Schütz, in der einigermaßen ausführlich auf sozial aufgezwungene Relevanzen eingegangen wird, und dies auch nur im Hinblick auf den Typus der thematischen Relevanz. Dabei wird der sozial „auferlegten“ thematischen Relevanz kein eigener systematischer Ort innerhalb der Theoriearchitektur zugewiesen, vielmehr wird ihre Überschneidung mit den übrigen, nicht-sozialen hervorgehoben.

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